Am 11. Februar besuchten Studierende des Studiengangs „Integraal Bouwen“ von Firda die Insel Ameland. Während ihres Aufenthalts erhielten sie spannende Einblicke in nachhaltige Bauweisen und moderne Gebäudetechnik. Ein Höhepunkt war der Besuch des neuen Rettungsstationsgebäudes der KNRM, in dem Innovation und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen.
Vor Ort bekamen die Studierenden einen umfassenden Eindruck davon, wie moderne Bauprojekte umgesetzt werden. Fragen wie warum das alte Gebäude nicht mehr den Anforderungen entsprach, welche Anforderungen Neubauten an Bauunternehmen und Installateure stellen und wie das Energiesystem der neuen Halle funktioniert, wurden ausführlich behandelt. Auch die Bauweise sowie die Integration der Anforderungen aus der alten Situation in den Neubau wurden erläutert. Erwin de Boer von der Gemeinde Ameland und Pieter Mosterman von Mosterman Bouw begleiteten die Gruppe mit großer Begeisterung und teilten ihr Fachwissen.
Aufgabe: die Entwicklung eines technischen Wartungsplans
Der Praxisbesuch bildet die Grundlage für eine anspruchsvolle Aufgabe: die Entwicklung eines technischen Wartungsplans für das KNRM-Gebäude. Dabei lernen die Studierenden nicht nur, wie ein Gebäude funktioniert, sondern auch, wie ein Bauprojekt sorgfältig vorbereitet wird. Von Materialauswahl und Geräteeinsatz bis hin zu gesetzlichen Vorgaben und Planung werden alle Aspekte der Arbeitsvorbereitung behandelt.
zehn Wochen
In den kommenden zehn Wochen arbeiten die Studierenden daran, die Halle „baureif“ zu machen und Vorschläge zu erarbeiten, wie sie noch nachhaltiger gestaltet werden kann. Dafür kehren sie mehrfach nach Ameland zurück. Während dieser Besuche vertiefen sie ihr Wissen, stellen Fragen an die beteiligten Partner, vermessen das Gebäude und präsentieren schließlich ihren Mehrjahres-Wartungsplan.
NESSIE-Projekt
Das Projekt ist Teil des europäischen NESSIE-Projekts, einer Zusammenarbeit zwischen Firda, der Gemeinde Ameland und Learning Hub Friesland. Im Rahmen dieser Initiative arbeiten Nordseeinseln wie Ameland, Belle Île, Borkum und Samsø gemeinsam an nachhaltigen und zukunftsfähigen Lösungen für die gebaute Umwelt – mit dem Ziel, bis 2035 fossilfrei zu werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden gut ausgebildete Fachkräfte benötigt. Gerade in technischen Berufen besteht ein wachsender Fachkräftemangel – nicht nur auf Ameland, sondern auch international. Durch die Einbindung von Studierenden in praxisnahe Projekte wird nicht nur an innovativen Lösungen gearbeitet, sondern auch an der Ausbildung der Fachkräfte von morgen.
Die Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Ende März kehren die Studierenden für eine Bestandsaufnahme zurück, und im April präsentieren sie ihre Ergebnisse den Projektpartnern, darunter die KNRM und die Gemeinde Ameland. Darüber hinaus arbeitet Firda gemeinsam mit lokalen Bau- und Installationsunternehmen an der Weiterentwicklung spezieller Kurse, damit zukünftige Fachkräfte aktiv zur Energiewende beitragen können.
Mit Initiativen wie dieser wird die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und der Insel konkret umgesetzt – und es wird gemeinsam an einem nachhaltigen Ameland gebaut.


